Hotelgeschichte
Das Boutique Hotel Brattia in Postira auf der Insel Brač ist ein einzigartiges Beispiel für eine vollständige architektonische Restaurierung eines öffentlich genutzten Gebäudes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie für den grundlegenden Wiederaufbau einer Wohn- und Agrarstruktur, einschließlich der für diese Epoche typischen Ausstattungsmerkmale.

Das erste Gebäude diente im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts als Volksschule, Kindergarten und medizinische Klinik. Die frühesten Aufzeichnungen über das Gebäude finden sich auf Karten aus den 1820er-Jahren, und es wurde 1875 anlässlich eines Besuchs des Kaisers der Österreichisch-Ungarischen Monarchie umfassend renoviert. Kaiser Franz Joseph und die Donaumonarchie hinterließen einen bedeutenden Eindruck in der Geschichte von Brač und Dalmatien. Sie trugen wesentlich zum Bau von Häfen, zur Entwicklung der Infrastruktur und zur Gründung von Institutionen bei, die das Fundament des heutigen Kroatiens bilden – eines Mitgliedstaats der Europäischen Union.

Seitdem wurden nur geringfügige Veränderungen vorgenommen, bis zur kürzlich erfolgten umfassenden Renovierung, die ein multidisziplinäres Projekt für Struktur und Fassade erforderte – ausgeführt von erstklassigen Fachfirmen unter fachkundiger Aufsicht. Während des Wiederaufbaus wurde in einer Wand eine Kreuzer-Münze aus jener Zeit entdeckt, von der angenommen wird, dass sie von den damaligen Bauarbeitern als Glücksbringer hinterlegt wurde.

Das zweite Gebäude beherbergte in den oberen Etagen Wohnräume, während das Erdgeschoss der Herstellung und Lagerung von Wein, Olivenöl und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen diente. Die Eigentümer besaßen auch das umliegende Land, auf dem sich die Siedlung nach und nach ausbreitete. Das Gebäude wurde originalgetreu von Grund auf rekonstruiert – ebenso wie ein Trinkwasserbrunnen und ein Nebengebäude, ein Stall für Nutztiere.

Der Name „Boutique Hotel Brattia“ stammt vom alten Namen der Insel Brač, der erstmals von Gaius Plinius Secundus – besser bekannt als Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) – erwähnt wurde, einem römischen Autor und angesehenen Naturwissenschaftler. In seinem Werk Naturalis Historia dokumentierte er verschiedene Regionen der damaligen Welt.

Die Insel Brač wurde im 2. Jahrhundert von Ptolemäus in einem faszinierenden Werk kartografisch erfasst, das als einer der frühesten Versuche gilt, die bekannte Welt abzubilden. Brač erscheint außerdem auf der Tabula Peutingeriana, einer Karte aus dem 4. Jahrhundert, die das Straßennetz des Römischen Reiches zeigt – es erstreckt sich von Großbritannien über Nordafrika und Persien bis in Teile Indiens – und heute Teil des dokumentarischen Welterbes der UNESCO ist.
Antike
Im Verlauf des Mittelalters stand Brač unter dem Einfluss verschiedener Herrscher und politischer Mächte. In der Frühzeit des Mittelalters befand sich die Insel unter der Kontrolle kroatischer Fürsten und gelangte später unter die Herrschaft der Republik Venedig. Während der venezianischen Herrschaft wurde Brač besonders wegen seiner natürlichen Ressourcen geschätzt, insbesondere wegen des hochwertigen Steins, der im Bauwesen Verwendung fand. Auch Landwirtschaft, Fischerei und Handel florierten in dieser Zeit. Die venezianische Herrschaft dauerte bis zum späten 18. Jahrhundert, danach fielen Brač und Dalmatien während der Napoleonischen Kriege für kurze Zeit unter französische Kontrolle.

Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurden Dalmatien und Brač Teil des Österreichischen Kaiserreichs, dem Vorläufer der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In dieser Zeit entwickelte Brač weiterhin seine traditionellen Wirtschaftszweige: Steinbrüche, Landwirtschaft – insbesondere der Olivenanbau – sowie die Fischerei blieben wesentliche Bestandteile der Inselwirtschaft.
Moderne Zeiten
Im bewegten 20. Jahrhundert wurde Brač Teil mehrerer Staatsgebilde. Heute gehört die Insel zur Republik Kroatien, einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.